Zweitzeuge – Opa war ein Nazi
Wie kann ein Holocaust-Überlebender einer Enkelin eines Nazi-Täters gegenübertreten?
In „Zweitzeuge“ beschreiben Jean Vaislic und Ilka Vierkant den schmerzhaften Weg dieser Konfrontation. Beide
leben im Gebot des Schweigens – aus unterschiedlichen Gründen. Die Enkelin begibt sich in den Prozess der
Entdeckung der verborgenen Geschichten im Herzen der eigenen Familie. Opa Werner war Reichsbahndirektor für
die Ostgebiete. Jean Vaislic der u. a. Auschwitz überlebt hat, musste als KZ-Insasse in Auschwitz-Birkenau Gleise
verlegen, die Opa geplant haben könnte. Die Begegnung mit Jean in Toulouse wird für die Schauspielerin, die viele
Jahre mit FAMILIE FLÖZ durch Europa getourt ist, zum Anstoß einen poetischen Figurentheater-Abend gegen
das Vergessen zu entwickeln. Inspiriert von den Worten von Jean Vaislic: „Wenn ich einem schlechten Gedanken
nachgebe, existiere ich nicht mehr. Wenn mich also ein schlechter Gedanke überkommt, denke ich an Blumen.“
Anfangs hatte das Projekt seine Ursprünge in der Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands, aber
allgemeiner spricht es von allen Henkern und Opfern von Ländern, die von Diktaturen, Faschismus oder Verbrechen
gegen die Menschlichkeit betroffen sind. Es stellt uns auch die Frage unsere Verantwortung gegenüber den
Kindern von heute und morgen.
Regie: Michael Vogel,
Zeitzeugen Interview mit Jean Vaislic, gefilmt von Francis Fourcou
Ab 13 Jahren Dauer: 1 Stunde zuzügl. ca. 1 Stunde Publikumsgespräch
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.faust-theater.de
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